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Schloss Lány

Inspiration

Auf den Spuren der Gründung der Tschechoslowakei

10. 9. 2026

Entdecken Sie Orte, die mit der Gründung der Tschechoslowakei und den Ereignissen verbunden sind, die das Land zu Beginn des 20. Jahrhunderts prägten. Ob Sie Lány, Konopiště oder Brandýs nad Labem besuchen – hier verbindet sich Geschichte mit eindrucksvoller Architektur und lohnenden Ausflugszielen.

Besuchen Sie Brandýs nad Labem und begeben Sie sich auf die Spuren der letzten Generationen der Habsburgerdynastie, die die böhmischen Länder über Jahrhunderte bis zum Ende des Ersten Weltkriegs regierte. Konopiště war der Wohnsitz von Erzherzog Franz Ferdinand d’Este, dem Thronfolger Österreich-Ungarns, während Lány, das eng mit dem ersten Präsidenten der Tschechoslowakei Tomáš Garrigue Masaryk verbunden ist, bis heute die offizielle Sommerresidenz der tschechischen Präsidenten ist. Aber wussten Sie, dass der erste Landsitz eines tschechoslowakischen Präsidenten eigentlich Hluboš bei Příbram war? Auch Průhonice wurde für diese Rolle in Betracht gezogen.

Schloss Brandýs nad Labem
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Schloss Brandýs nad Labem Chateau
Autor: Archiv zámku Brandýs nad Labem

Brandýs nad Labem und die letzten Generationen der Habsburger

Das Renaissanceschloss in Brandýs nad Labem mit seinen hervorragend erhaltenen Sgraffito-Verzierungen gehörte bis 1918 den Herrschern der Habsburgermonarchie. Seine historischen Innenräume vermitteln noch heute einen lebendigen Eindruck vom Leben der Kaiser und anderer Mitglieder der kaiserlichen Familie, die hier zu Gast waren.

Einer der berühmtesten Bewohner war Kaiser Rudolf II., Kaiser des Heiligen Römischen Reiches und König von Böhmen, der Brandýs als seinen wichtigsten Wohnsitz außerhalb Prags nutzte. Auch Kaiser Karl VI. besuchte das Schloss mehrmals. Als leidenschaftlicher Jäger schätzte er besonders die umliegende Landschaft mit ihrem weitläufigen und bekannten Wildgehege. So überrascht es kaum, dass Brandýs später als mögliche Sommerresidenz der Präsidenten der neu gegründeten Tschechoslowakei in Betracht gezogen wurde.

Im Jahr 2023 wurde eine umfassende Revitalisierung des Schlossgartens abgeschlossen. Im Rahmen des Projekts wurden unter anderem das historische Gewächshaus restauriert sowie neue Bäume und Sträucher gepflanzt.

Schloss Konopiště
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Schloss Konopiště
Autor: David Vančišin

Konopiště und Erzherzog Franz Ferdinand d’Este

Schloss Konopiště, dessen Ursprünge bis ins 13. Jahrhundert zurückreichen, wurde 1887 von Erzherzog Franz Ferdinand d’Este erworben, der 1896 zum Thronfolger Österreich-Ungarns wurde. Er ließ die Residenz im historistischen Stil umbauen, gestaltete die Umgebung zu einem weitläufigen Landschaftspark um und ließ an der Stelle eines früheren Barockgartens den Rosengarten mit seinen Gewächshäusern anlegen.

Bis heute erinnert vieles im Schloss an die Zeit, in der Franz Ferdinand hier mit seiner Familie lebte. In den Innenräumen befindet sich unter anderem eine außergewöhnliche Sammlung historischer Waffen und Rüstungen; auch ein großer Teil der ursprünglichen Möbel und Ausstattung ist erhalten geblieben. Gemeinsam mit den Gärten und der umliegenden Landschaft vermitteln sie einen ungewöhnlich persönlichen Einblick in das Privatleben des Erzherzogs.

Die Ermordung Franz Ferdinands im Juni 1914 in Sarajevo erschütterte Europa. Österreich-Ungarn erklärte daraufhin Serbien den Krieg und setzte damit jene Ereigniskette in Gang, die schließlich zum Ausbruch des Ersten Weltkriegsführte. Vier Jahre später zerfiel die österreichisch-ungarische Monarchie, und am 28. Oktober 1918 wurde die unabhängige Tschechoslowakei gegründet.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde Konopiště Teil eines großen militärischen Übungsgeländes, das von SS-Einheiten genutzt wurde.

Bevor Lány zum Landsitz des ersten tschechoslowakischen Präsidenten Tomáš Garrigue Masaryk wurde, hielt er sich im Schloss Hluboš bei Příbram am Rand der Brdy-Wälder auf. Masaryk, eine der Schlüsselfiguren bei der Gründung der unabhängigen Tschechoslowakei im Jahr 1918, lebte hier 1920 und 1921 mit seiner Familie. Die Prager Burg wurde zu dieser Zeit umfassend umgebaut und war noch nicht als moderner Präsidentensitz geeignet. Hluboš diente daher als vorübergehende Lösung, während nach einem dauerhaften Landsitz gesucht wurde. Auch Brandýs nad Labem und Průhonice gehörten zu den Orten, die dafür in Betracht gezogen wurden.

Das Gewächshaus in Lány
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Das Gewächshaus in Lány
Autor: Dan Řežábek

Lány und der erste Präsident der Tschechoslowakei

Lány mit seinem von den Wäldern der Region Křivoklát umgebenen Barockschloss wurde schließlich als Landsitz des Präsidenten ausgewählt. Ausschlaggebend waren die Nähe zu Prag und der ausgezeichnete Zustand des Anwesens, das von seinen früheren Eigentümern, der Familie Fürstenberg, sorgfältig gepflegt worden war.

Präsident Tomáš Garrigue Masaryk, der erste Präsident der unabhängigen Tschechoslowakei, entwickelte eine besonders enge Beziehung zu Lány. Er verbrachte hier deutlich mehr Zeit als in Prag und nutzte das Schloss ganzjährig als Wohnsitz. Mit den architektonischen Veränderungen beauftragte er den bedeutenden slowenischen Architekten Jože Plečnik, der auch für umfangreiche Umgestaltungen der Prager Burg verantwortlich war.

Lány entwickelte sich bald zu einem wichtigen Ort für politische Treffen und informelle Gespräche – eine Tradition, die bis heute fortbesteht. Masaryk lebte hier bis zu seinem Tod im Jahr 1937 und ist auf dem örtlichen Friedhof neben seiner Ehefrau Charlotte Garrigue Masaryk begraben.

Heute ist Lány nicht nur eine offizielle Residenz des Präsidenten der Tschechischen Republik – auch das Schloss selbst ist für die Öffentlichkeit zugänglich. Besucher können den weitläufigen Schlosspark und das Palmengewächshausaus dem Jahr 1879 besichtigen. Seit 2023 werden außerdem Führungen durch die repräsentativen Räume im ersten Stock des Schlosses angeboten.

Während der Saison können Besucher außerdem dem Naturlehrpfad im Wildgehege Lány folgen. Zu seinen Stationen gehört auch ein Aussichtspunkt mit Blick auf ein von Hirschen bewohntes Gebiet. Die rund 4,5 Kilometer lange Route beginnt und endet am Rand der Gemeinde Lány und führt durch einen Teil des historischen Wildgeheges, eines geschützten und eingezäunten Bereichs der Wälder von Křivoklát.

In einem restaurierten Getreidespeicher aus dem 18. Jahrhundert befindet sich das T.-G.-Masaryk-Museum in Lány, das zum T.-G.-Masaryk-Museum Rakovník gehört. Seine Ausstellungen vermitteln Einblicke in das Leben und Vermächtnis des ersten Präsidenten der Tschechoslowakei sowie in die bedeutenden historischen Ereignisse, die mit seiner politischen Laufbahn verbunden sind.

Das ist einen Besuch wert


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