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Hrad Kokořín

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Burg Kokořín

Kaiser Ferdinand schrieb sie als verfluchte Burg ab. Gleichzeitig hörte Kokořín nicht auf, Künstler zu inspirieren und wurde dank der Bemühungen der Enthusiasten vom Klub tschechischer Touristen gerettet.

Die Zinnen der Burg Kokořín vervollständigen die idyllische Kulisse zwischen Sandsteinfelsen, Wäldern und wilder Vegetation, die über dem Tal des Flusses Pšovka wuchert. Planen Sie einen Ausflug in das Landschaftsschutzgebiet Kokořín und lernen Sie mit eigenen Augen nicht nur die Residenz von Rittern und Räubern kennen. 

Dort, wo sich die tiefen Wälder an den Ausläufer eines Sandsteinfelsens schmiegen, ragen die Umrisse der gleichnamigen Burg über das Naturschutzgebiet Kokořínský důl empor. Sie wurde im zweiten Viertel des 14. Jahrhunderts auf Veranlassung von Hynek Berka, einem der reichsten und mächtigsten böhmischen Herren seiner Zeit, gegründet. Die ursprüngliche Gestalt wurde während der Hussitenkriege zerstört, und auch der Zahn der Zeit forderte zunehmend seinen Tribut. Im Laufe der Jahre wechselten die Burgherren, jedoch wollte keiner von ihnen den baufälligen, verödeten Herrensitz bewohnen. Nach dem Dreißigjährigen Krieg zählte sie Kaiser Ferdinand III. zu den sog. verfluchten Burgen, die nicht instand gehalten oder saniert werden durften, damit sie für die kaiserliche Macht keine potenzielle Gefahr darstellten.

  • Wissenswertes: Legenden berichten, dass die Ruinen von Kokořín der vorübergehende Unterschlupf gefürchteter Banditen unter der Führung des Ritters Petrovský von Petrovice waren. Den teilweisen Wahrheitsgehalt dieser Legenden belegt der Fund von 22 menschlichen Überresten bei der Rekonstruktion der Burg im 20. Jahrhundert. 

Trotz seines erbärmlichen Zustands bewahrte der Ort seinen ungewöhnlichen Genius Loci, der viele Künstler verzauberte. Der Dichter und Prosaiker Karel Hynek Mácha fand hier die Inspiration für sein Werk „Zigeuner“. Auch die Maler Antonín Mánes und Josef Navrátil stellten die Burg gern in ihren Werken dar.

  • Tipp für Sie: Wenn Sie die Burg Kokořín früh am Morgen besuchen, können Sie den großen Besucheransturm vermeiden und die bezaubernde Atmosphäre in Ruhe genießen. Vergessen Sie nicht, bequeme Schuhe zu tragen, denn die Umgebung des Schlosses bietet schöne Wanderwege. Den Besuch des Aussichtspunkts Pokličky, des Cinibulka-Pfades (Cinibulkova stezka) oder eine Tour zwischen den romantischen Felstälern auszulassen, wäre eine wahre Ausflüglersünde. 

Ein Licht der Hoffnung leuchte über den Burgruinen im Jahre 1894, als der Prager Geschäftsmann Václav Špaček das verfallene Anwesen kaufte. Dank einer Initiative des Vereins der tschechischen Touristen wuchs das Bewusstsein der Öffentlichkeit, wobei Enthusiasten dazu beitrugen, die verwüstete Burg zugänglich zu machen. In den Jahren 1911-1918 begannen unter der Leitung führender tschechischer Historiker Rettungsarbeiten im Sinne der Romantik. Die im Ergebnis stehende neugotische Gestalt der Burg schmückt die Region bis heute. Während der Herrschaft der Kommunistischen Partei befand sich das Schloss im Besitz des Staates, jedoch erlebten die rechtmäßigen Erben des Geschlechts Špaček im Jahre 2006 die Rückgabe des historischen Werkes. Ihr Ziel ist es, an die Familientradition anzuknüpfen und dieses bedeutende mittelböhmische Denkmal all jenen zugänglich zu machen, die einen schönen Ausflug erleben möchten.

Wohin als nächstes?

Streifzüge zwischen den Sandsteinformationen des Gewirrs der Felsklammen können Sie bis in die Stadt Mšeno führen. Vor allem an heißen Tagen werden Sie das örtliche Schwimmbad zu schätzen wissen, das für sommerlichen Wasserspaß wie geschaffen ist. In den mit dem Wasser der Felsenquelle Stříbrník gefüllten Becken können Sie sich angenehm erfrischen, indem Sie sich zugleich am Anblick der einzigartigen architektonischen Meisterleistung im Art-déco-Stil erfreuen. Im Gebäude aus dem Jahre 1932 finden Sie Umkleideräume und saubere Toiletten, im Restaurant können Sie obendrein eine angenehme Erfrischung zu sich nehmen.

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