Das ehemalige Kapuzinerkloster, in dem heute das Museum seinen Sitz hat, befindet sich direkt im Herzen der historischen Altstadt von Mělník. Obwohl das Bauwerk auf den ersten Blick den Eindruck eines gewöhnlichen Bürgerhauses erweckt, erwarten Sie in seinem Inneren Räumlichkeiten mit gewölbten Decken und Wandmalereien, die durch geschmackvoll arrangierte Ausstellungen ergänzt werden. Das Highlight ist jedoch unter der Erde verborgen. Die Kellerräume aus dem 14. Jahrhundert bieten einen kleinen Einblick in die Geschichte des Weinbaus in Böhmen und im Gebiet rund um Mělník.
Die Ausstellungen im Hauptgebäude des Museums sind in drei Bereiche unterteilt: Regionalgeschichte, Natur und Weinbau. Im historischen Teil erhalten Sie einen Einblick in die mittelalterliche Stadt und in einen bürgerlichen Salon aus der Zeit um die Wende des 19. und 20. Jahrhunderts. Einen interessanten Kontrast zum vornehmen bürgerlichen Interieur bildet die ethnografische Ausstellung „Alltag der Landbevölkerung“.
Von der Einzigartigkeit der Natur in der Umgebung von Mělník zeugen das nahe gelegene Landschaftsschutzgebiet Kokořín – Land des Dichters Mácha und die Anwesenheit der beiden großen tschechischen Flüsse, die von Auwäldern gesäumt werden. In der naturwissenschaftlichen Ausstellung werden Ihrer Aufmerksamkeit gewiss nicht die zahlreichen Insektenexponate und ein großer Mammuthockerentgehen.
- Tipp für Sie: Neben den klassischen Ausstellungen finden im Museum regelmäßig Ausstellungen und Veranstaltungen statt, von denen viele durch ihr interaktives Konzept besonders für jüngere Besucher interessant sind. Zum Beispiel erlangte die Spielzeugausstellung eine derartige Popularität, dass sie sich de facto unter die Dauerausstellungen reihte. Das Museum hat in seinem „Repertoire“ auch ein behagliches Café im Innenhof des Klosters.
Wenn man Mělník sagt, denken erfahrene Winzer nicht an den Zusammenfluss der Elbe und der Moldau oder an das monumentale Schloss, sondern an den berauschende Traubensaft. Der Weinbau in der Region Mělník erfreut sich bereits seit mehr als 1000 Jahren großer Beliebtheit. Daher ist es kein Zufall, dass einst auch in den Räumen unter dem Museum Wein hergestellt und gelagert wurde. In den alten Kellerräumen sehen Sie Utensilien wie Fässer, Pressen, Verpackungen für die Flaschen und viele weitere Gegenstände, die mit der Herstellung und Lagerung des Weins zu tun haben. Verständlicherweise regt eine solche Besichtigung dazu an, von so manchem Wein zu kosten. Im Museum ist man auf solche Situationen zum Glück gut vorbereitet, sodass es kein Problem ist, eine Verkostung in den Kellern zu vereinbaren.
Wohin als nächstes?
Die Sammlung historischer Kutschen würde wohl kaum in die Räumlichkeiten des Kapuzinerklosters passen. Doch Sie müssen nicht weit gehen, sie erwartet Sie in einem 100 Meter entfernten Gebäude in der Straße Ostruhova. Wie es sich in der felsigen Landschaft lebte, erfahren Sie in Lhotka bei Mělník. In den buchstäblich in den Fels gehauenen Behausungen lebten in der Regel die Ärmsten aus der Gemeinde. Eine dieser Wohnstätten war sogar bis zum Jahre 1982 von einer gewissen Frau Marie Holubová bewohnt! Sofern Ihr Ziel die Region des Dichters Karel Hynek Mácha (1810-1836) ist, sollten Sie eine Rast in Lobeč einlegen. Ihren Durst können Sie in der dortigen Dampfbrauerei stillen, während das Eduard-Štorch-Museum zu einer Mammutjagd einlädt. Musikliebhaber sollten die entgegengesetzte Richtung wählen. Besuchen Sie in der Gemeinde Obříství die Bedřich-Smetana-Gedenkstätte und im unweit gelegenen Nelahozeves das Geburtshaus des Komponisten Antonín Dvořák.